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Ich gehöre zu den Menschen, die prinzipiell und immer nett sind, es gibt aber Dinge, wo ich richtig hardcore haten kann. Es gibt Menschen, die finden, ich sollte das mal öffentlich tun, weil sie mich in meiner Wut ziemlich unterhaltsam finden. Nun gut, wenn ich als Exilwienerin etwas wirklich gut kann, dann ist das sudern. Wir Wiener sind ja der Innbegriff des Suderns. Willkommen also bei dem Format, bei dem ich nur für euch unterzuckert und unterhopft meinem Frust freien Lauf lasse. Von Pay-to-Play Rage bis hin zu Fake Promotion Profilen auf Social Media, vom zwielichtigen Labelboss bis zu Eventnoobs die irgendwie trotzdem durchkommen, ich habe genug Wut für Alle über. Ich werde aber auch probieren (neben der Wut) ein wenig Hintergrundwissen und Erklärungen zu meiner Sichtweise abzuliefern – wenn es nur eine Band davor bewahrt abgezockt zu werden, dann hat das Ganze hier für mich schon seinen Zweck erfüllt.

Bereit? Gut dann lasst uns in die erste Runde starten: In was für einen Scheiß investiert ihr Bands eigentlich euer hart verdientes Geld? Nein nicht, Koks und Nutten – ich rede von vollkommen wertloser Kohle, die für fragwürdige “Promotionaktionen” rausgeschmissen wird. Regelmäßig bekomme ich via Mail Anfragen, wo mir die Milch im Busen sauer wird und ich mich frag: ALTER … WAS …. GEHT … MIT DE LEID?

Leute die keine Sau kennt, die meinen weils in einem Proseminar eine mit 3+ benotete Arbeit über PR geschrieben haben, qualifiziert sie das zu einem PR-Berater. Da wird dann Summe X von Bands verlangt für “Promotion”. Dabei wär die Hälfte für den Topfn der da veranstaltet wird noch zu viel. Das ist von einer Marketing- oder Communicationsstrategie so weit weg, wie ich von einer Körbchengröße DD.

Eine Facebook-Gruppe zu gründen, seine 40 Freunde und 20 Fake Profile einzuladen und dann für Postings dort Geld verlangen: IST KEINE PR!  Nebstbei nerven diese Fake-Profile, die nichts anderes tun als Werbungsreposts – auf welcher Grundlage bzw. Communications Strategie beruht das? Und was glaubt ihr wen interessieren diese Profile? Ein genauerer Blick auf die Interaktionen dieser Posts verrät ja eh sofort, was es da spielt – nämlich NIX, gar nix. Es interessiert keine Sau, ihr werdet damit nur eine sehr geringe Anzahl an Leuten errreichen, die tatsächlich auch das interessiert, was ihr macht. Das Geld wäre in eigene Instagram/Facebook Werbung definitiv besser investiert – und dazu braucht ihr keine dubiose Promotionagentur.

Für 1/4 auf einem selbergmalten Flyer, der dann in Stadt X in die diversen Mistkübeln der Lokale landet Geld verlangen: IST KEINE PR! Ich spreche nicht von Druckkostensharing mit anderen Bands/Veranstaltern, das macht ja durchaus Sinn, sondern von dezent sinnbefreitem Ausfinanzieren fremder Promotion.

Für “NETWORKING” Geld verlangen, wenn du in Wahrheit ein oarmes Wirschtl bist und in der Branche keinen kennst: IST KEINE PR! Und nein: Ich war mal auf der selben Party wie der Promoter von Seiler und Speer zählt nicht als jemanden “kennen”. (Das sind mir ja sowieso die liebsten)

Im Voraus Betrag X zu kassieren und dafür Anzahl Y an Artikel zu garantieren: IST KEINE PR! Niemand kann garantieren, eine bestimmte Anzahl an Veröffentlichungen und Likes zu bekommen und sich für diese Gesamtleistung als PR Agentur zu betiteln, da krieg ich Lust genau die Leute anzuzünden. Wie soll das gehen? Außer ich habe selber 4 Onlinemagazine mit je X Likes die ich da dazu rechne – ja klar, dann kann ich natürlich 4 Veröffentlichungen mit X Likes garantieren. Mit drei, vier Klicks war mir bei DEM Angebot relativ schnell klar, dass die einfach mehr oder weniger Inserate für ihre Magazine, als Reviews getarnt verkaufen.

 

Geht mal prinzipiell davon aus, dass euch die Leute etwas verkaufen wollen.

Immer wieder höre ich, dass eine Band Geld in so was investiert hat, und dann maßlos enttäuscht ist, weil der versprochene Erfolg ausbleibt.

Dabei wäre es so einfach gewesen: Geht mal prinzipiell davon aus, dass euch die Leute etwas verkaufen wollen. Menschen sind in den seltensten Fällen gemeinnützig, sondern wollen Geld verdienen. All diese Heuchelei von wegen “ich mach nen Star aus euch” – vergesst diesen Scheiß, ich habe diesen Satz noch nie von wem gehört, der tatsächlich was drauf hat.

Wenn es einer nötig hat, in den ersten fünf Sätzen mit exzessivem Namedropping aufzufahren, dann ist er mit 90%iger Wahrscheinlichkeit ein Noob. Woher ich das weiß? Wer dauernd laut schreit hat ein Egoproblem und in den seltensten Fällen mehr drauf, als reden und sich selbst beweihräuchern.

Und hier kommt der Apell an alle Bands: Schaltet euer gottverdammtes Hirn ein, bevor ihr bei so was investiert, recherchiert und überlegt euch gut, was euch diese Aktion konkret bringen soll und ob sie überhaupt die Möglichkeit birgt, euch an euer Ziel zu führen, oder ob ihr vieles mit einem Schönen Jahresplan mit Zielen und Strategien nicht selber erreichen könntet.

So und damit entlasse ich euch für heute – die Mama hat für heut genug geraged

 

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