Animals im FreilaufgehegeConcertKonzerte. Warum geh ich da eigentlich hin?

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Eine positive Seite als Wahl-Wiener ist die Vielfalt an Konzerten und Konzertlocations die es in unserer Hauptstadt gibt. Gasometer, Arena, Szene, Stadthalle, oder die eher kleineren Venues mit Underground-Flair wie dasBach, Aera, Escape, ViperRoom, irgendwo ist immer was los.

Bei den Bands ist man abgegangen wie ein Eichhörnchen auf Koks

In der Hochzeit des Metalcores, also um 2012-2015 war ich ca. alle 2 Wochen auf einem Konzert. Wurscht ob von einer lokalen, kleinen Band wo man den Gitarristen kennt, und weil man einfach supporten will, in der Arena auf der Impericon Tour, oder weil sich Parkway Drive mal wieder die Ehre gaben. Man hat immer Leute getroffen die man kannte, ein paar Bier getrunken, und bei den Bands ist man abgegangen wie ein Eichhörnchen auf Koks. Vor allem die Abende in der Arena waren herrlich, nach dem Konzert noch im ArenaBeisl auf „ein“ Bier rein, wenns 3-4 in da Früh wird bis man daheim ist, wars auch egal. Good Times.

Irgendwann wurde es dann aber fad. Mein Interesse an Headbangen und Moschen wurde weniger, wenn sich ein CirclePit gebildet hat, habe ich eher die Augen verdreht. Ich hatte keine Lust mehr auf totale Eskalation, ich wollte einfach nur dastehen und die Musik hören. Also bewusst hören. Ich wurde dadurch auch selektiver auf welche Konzerte ich gehe, und welche nicht. Wenn früher ein Freund vorgeschlagen hat „He oida, heite spielt Band X dort, die sind geil“ wurde nicht nachgedacht, sondern einfach hingegangen. Heute hör ich mir das ganze mal auf Spotify/Youtube an, dann wird entschieden. Und wenn mich die Band nicht komplett umhaut, lass ichs bleiben und verlass die Wohnung nicht.

Ich hab dann so Highlights wie Avengend Sevenfold, Disturbed, A Day to Remember, Five Finger Death Punch, oder die Impericon Tour einfach ausgelassen. Ich habe das alles schon gesehen, mir ist es das Geld nicht wert. Ganz schlimm ist es wenn eine Band die ich dann doch gerne sehen möchte im Gasometer spielt. Ich weiß bis heute nicht warum diese eigentlich geile Venue es nicht schafft eine anständige Akustik hinzubringen. 28.1.2018, Gasometer, CounterParts – While She Sleeps – Architects. Aufgrund der Badezimmeraktivität mit meiner Freundin, und von Ihr allein, haben wir CounterParts mal verpasst, halb so wild. While She Sleeps lieferten eine gute Show. Wenn da nicht der Tontechniker wäre. Ich gebe zu, mein Gehör ist nicht auf Musik geschult. Ich kenne genug Menschen (Seawas Stevo, Seawas Benni) die um Welten besser hören als ich. Aber die verwaschenen Bässe, die kleinen Aussetzer, Verzerrungen, oder dass die Vocals vom Gitarristen zu leise waren, das habe auch ich wahrgenommen. Sowas zerstört dann für mich die Konzerterfahrung und den Spaß. Bei Architects hats dann gepasst, die Tiefen noch etwas verwaschen, aber um einiges besser als bei While She Sleeps. Leider habe ich es schon zu oft erlebt das der Sound im Gaso einfach nicht gut ist, und ich werds mir in Zukunft wieder zweimal überlegen ob ich auf ein Konzert im Gasometer gehe oder warte das die Band auf einem Festival spielt.

Im Gegensatz dazu Konzerte in der Stadthalle. Im Dezember 2017 war ich bei Of Mice and Men – In Flames – Fiver Finger Death Punch. Drei Bands die mir gefallen, vor allem In Flames die mich damals im zarten Alter von 13/14, als der Bart noch Flaum und der Sack noch glatt waren, in Richtung Metal gebracht haben. Der Sound war super und Anders Frieden hat sowieso eine der besten Live Stimmen. Und man hat in der Stadthalle genug Platz, ich stehe halt gerne weiter hinten, werde nicht angerempelt, sondern kann das genießen warum ich dort bin. Die Musik.

Kleine Anmerkung/Tipp: Wenn ihr irgendwann mal von „Chesterhead and the Swedish Soda“ hört, dass die in eurer Nähe spielen und ihr bekommt noch Karten, geht hin. Unter diesem Namen geben In Flames Underground Konzerte. Haben sie in der Szene Wien gemacht am Tag vor der Stadthalle. Ich war leider nicht dort (Streicheleinheit bitte hier einfügen).

Festivals sind dann natürlich ein eigenes Thema. Drei Tage lang die pure Musikerfahrung. Leider beobachtet man hier immer mehr das Leute ein Musik-Festival als Partyzone sehen in der keine Regeln gelten. Wenns euch drei Tage lang eh nur ansaufen wollts dann fahrts bitte nach Mallorca oder buchts euch ein Hostel in Wien und besuchts in Gürtel oder campts in da Bettelalm. Genauso die 24/7 Beschallung in Lautstärke „lauter geht’s dann nimmer“ am Caravan. Da beschleicht einem das Gefühl es geht nichtmehr um die Musik, sondern nur um „wie deppad kann ich sein“. Ich hör an dieser Stelle lieber auf, ein eigener Festivalblog entsteht bereits gedanklich.

Zurück zur Headline, warum ich geh ich eigentlich auf Konzerte? In erster Linie um Musik die ich mag live zu erleben. Mit Freunden Spaß haben, 1-2 Bier zu trinken (man wird halt auch irgendwann alt) und Leute zu treffen die man länger nicht gesehen hat, denn denen läuft man am immer auf Konzerten über den Weg. Und auch wieder mehr um die lokale Szene zu supporten. Durch AMH bin ich da wieder aktiver, hier sind richtig geile Bands am werkeln, die mit superlieben Leuten besetzt sind (Shoutout an We Blame the Empire, Fuel of Hate, Call the Mothership, Lost in Astoria, Thus I End, Marrok und die gefallenen Helden Sensylis, Upon A Red Sky, Sympathy for Nothing).

 

Mein nächstes Konzert wird Sylar – Wage War – Of Mice and Men, am 13.4 in der Arena. Ich freu mich auf einen gschmeidigen Abend mit netten Menschen und guter Musik.  Denn darum geht’s ja eigentlich auf Konzerten. Um die Musik.

 

 

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