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Ich versuche Bandnamen, Genre u.ä. in folgendem Text nicht zu nennen. Ansonsten unterstellt mir noch jemand, ich würde gewissen Fan-Gruppen Dummheit unterstellen und das mache ich nicht! Nein, ganz im Gegenteil: die Dummheit liegt rein am Alter besagter Personen! Ob dieses jedoch in Bezug zum Musikgeschmack steht, sei dahingestellt.

Man stelle sich vor: in gewissen Genres ist die Farbauswahl bei T-Shirts und Hoodies oft beschränkt, und genauso die Motivwahl auf selbigen. Um die Intelligenz der betrunkenen (manchmal älteren, manchmal jüngeren) Besucher – und die Nerven von uns Merchern – nicht zu strapazieren, haben wir irgendwann begonnen jedes einzelne Motiv zu Nummerieren. Da eine einfache ‚5‘ zu Verwunderungen wie „was 25€ für das Leiberl? Da steht ja 5 dort!“ führt, bekam jedes Preisschild ein großes €-Zeichen (z.B. 25€) und jede Produktnummer eine Raute (z.B. #1).

An diesem Abend war es wieder einmal genau die Situation. 8-10 Shirts in der selben Farbe mit ähnlichem Motiv, abgeleitet vom Album-Cover, dazu Hoodies und allen möglichen Kleinkram. Wir, alles schön aufgehängt und mit Preisschildern und Nummern versehen.

18:45 Uhr, die letzte Zigarette vor Einlass. Mein lieber Kollege lässt noch einen blöden Kommentar auf Kosten des Durchschnittsalters der anstehenden Besucher und wir gehen auf Position.

„IIIIIIIIch….“, springt ein nervöses 14-Jähriges etwas vor mir herum. „Ja bitte?“ antworte ich und muss schmunzeln. „Ich hätte gerne das eine T-Shirt da“, immer noch zappelnd, zeigt das junge Ding in Richtung irgendwo hin.
„Wir probieren das nochmal: Die Motive sind nummeriert, welches meinst denn? Und in welcher Größe?“, ich bleibe freundlich, aber ich spür wie mir innerlich der Grant aufsteigt. Wozu hängen wir die Nummern überhaupt auf?
„Achsoo.. äähh.. ja dann das Shirt Hashtag Nummer 4 bitte“, grinst es mich an, in dem Glauben die Aufgabe erfolgreich gemeistert zu haben.
Genervt möchte ich gerade ein „welche Größe“ antworten, als ich realisiere was mir da gerade entgegengeschleudert wurde. Mehr als ein unter schallendem Lachen herausgeprustetes: „Bitte Was?!?!“ kommt mal vorerst nicht aus meinem Mund.

Na das könnte ja fast lustig werden in dem Kindergarten!
Jedoch war bereits das fünfte ‚Hashtag Nummer..‘ von fünf anderen halbwüchsigen schon nicht mehr so lustig. Schade..
Einige Hashtags rufende Halbmenschen später, vernehme ich etwas schüchternes ruhiges.

„Das Quadratische Poster bitte“ ..schon wieder so was kleines.. diese Version war vielleicht 15, sie sahen aber alle gleich aus. Ich werfe einen verwunderten Blick auf die Wand hinter mir – kein quadratisches Poster. Tippe meinem Kollegen auf die Schulter „Pass auf, das wird jetzt gut!“. Ich vermute zu wissen was dieses besondere Exemplar von mir wollte.

„Meinst du DAS?“ frage ich und lege etwas auf den Verkaufstisch.
„Ja genau!“, war auch dieses Wesen stolz auf eine vermeintlich erfolgreiche Bestellung.

Mein Schatz, das ist eine Schallplatte

„Mein Schatz, das ist eine Schallplatte“, grinse ich und ziehe das Vinyl aus der quadratischen Hülle.

„Na dann nicht..“, blickt mir ein enttäuschtes Gesicht entgegen, bereit am Absatz umzudrehen und zu gehen.

„Jetzt wart mal: du wärst bereit 35€ für ein kleines 30x30cm Plakat zu zahlen, aber jetzt wo du weißt dass es eine Platte ist, kaufst du’s nicht? Kannst dir ja auch das Plattencover an die Wand hängen!“

Mein Gegenüber grinst und greift zur Geldbörse.

„STAUBSAUGERVERKÄUFERIN“, rutscht mir etwas zu laut über die Lippen als ich das Geld für die Platte entgegennehme.

Staubsaugerverkäuferin hätt ich werden sollen..

 

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